Schmerztherapie – Es ist ein göttliches Werk, Schmerzen zu lindern - Galen

Akute und chronische Schmerzen

Der akute Schmerz ist immer ein Warnsignal und damit etwas sehr Sinnvolles. Er wird meistens durch eine Gewebsschädigung hervorgerufen und ist - einschließlich postoperativer Schmerzen - durch Schmerzmedikamente in der Regel gut behandelbar.

Von chronischen Schmerzen spricht man ab einer Schmerzdauer von etwa 3 Monaten. Die Entstehungs - und Erscheinungsformen von chronischen Schmerzen sind sehr vielfältig, der Schmerz hat jedoch seinen Signal-und Warncharakter verloren und wird oft zur eigentlichen Krankheit („Schmerzkrankheit“).

Die Ursachen für die Chronifizierung von Schmerzen sind komplex und vielfältig: Oft werden akute Schmerzen nicht rasch genug, ausreichend und fachgerecht behandelt, und bereits nach einigen Wochen gibt es die ersten Hinweise auf die Ausbildung eines "Schmerzgedächtnisses". Die Schmerzschwelle im Gehirn sinkt und die Schmerzleitung wird verstärkt.

Verschiedene Rezeptoren und Botenstoffe im Gehirn sind verändert, sie reagieren auf Schmerzreize intensiver als es bei gesunden, schmerzfreien Patienten der Fall ist. Auch psychosoziale Einflüsse spielen eine entscheidende Rolle für die Entstehung und den Verlauf von chronischen Schmerzen.

Ursprungsorte chronischer Schmerzen sind häufig im Bewegungsapparat (z.B. Wirbelkörperfrakturen bei Osteoporose, Arthrose und Gelenkszerstörung bei chronischer Polyarthritis) und in den Nerven (z.B. Ischias und Neuralgien) zu finden. Unabhängig von den individuellen Ursachen sind mögliche Folgen eines chronischen Schmerzsyndroms Angst, Unsicherheit und sozialer Rückzug. Eine Depression kann die Folge sein, die wiederum Symptome der Schmerzkrankheit verstärkt. Das Resultat ist ein Teufelskreis aus Schmerzen und wiederum schmerzverstärkenden Folgen.

AnkerChronischer Schmerz ist eine komplexe Erkrankung und nur eine genaue Anamnese führt zu einer guten Therapie. Der modernen Medizin stehen mehrere Angriffspunkte auf verschiedenen Ebenen zur Verfügung, um lindernd einzuwirken. Schon Galenus (129 - 199 n. Chr.) sagte: „Divinum est opus sedare dolorem“ - dass es göttliches Werk ist, Schmerzen zu lindern.

Therapie chronischer Schmerzen

Medikamentöse Therapie

Nach dem WHO Stufenplan werden Schmerzmedikamente in Gruppen unterteilt:

Stufe 1: NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika), Analgetika

Stufe 2: Schwache retardierte und nicht-retardierte Opioide

Stufe 3: Starke retardierte und nicht-retardierte Opioide

Stufe 4: Invasive Schmerztherapie (Schmerzpumpen und Schmerzkatheter)

Co-Analgetika

  • Antidepressiva, die vor allem schmerzdistanzierend wirken und die Schmerzschwelle erhöhen
  • Antikonvulsiva, die bei neuropathischen Schmerzen zum Einsatz kommen

Adjuvantien

  • Musklerelaxantien

Infiltration
Durch die Injektion von Lokalanästhetika und entzündungshemmenden Substanzen lässt sich prompte und anhaltende Schmerzlinderung bei lokalisierten Schmerzzuständen erzielen.

Bewegung und Physiotherapie
Leichter Sport und Bewegung wirken entspannend und gleichzeitig positiv aktivierend. Die Muskulatur wird trainiert, milde sportliche Betätigung wirkt außerdem wissenschaftlich gesichert gegen leichte Depressionen.

Massage und Entspannungstherapien
Verschiedene Massage- und Entspannungstechniken (z.B. Shiatsu) helfen direkt und indirekt über die Entspannung gegen Schmerzen.

Psychologische und Psychotherapeutische Interventionen
Psychologische Techniken (z.B. kognitive Verhaltenstherapie, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) lindern Schmerzen und helfen bei der Bewältigung von Schmerzen (Coping).

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